Es ist ja eigentlich ein Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als wäre die vergangene Saison erst vor kurzem zu Ende gegangen, da hat die neue in Sölden bereits begonnen.
Erst zweite Operation brachte Umschwung
Leider konnte ich dabei noch nicht an den Start gehen. Aber das macht eigentlich gar nichts, denn wenn ich die letzten Monate so zurückdenke hätte ich Ende Juni gar nicht gedacht, dass ich überhaupt noch eine Weltcupsaison anhängen kann. Denn nach der Operation Anfang März in Schruns musste ich doch mit großen Problemen in meinem rechten Knie kämpfen. Erst eine weitere Operation Anfang Juli brachte dann den erhofften Umschwung bzw. Fortschritt. Dr. Christian Schenk entfernte dabei nicht nur eine Schraube, die den Unterschenkelkopf fixierte, sondern bei einer Arthroskopie „putzte“ er kleinere Absplitterungen von meinem Knorpel heraus. Jetzt bin ich wieder fast wie runderneuert und ich freue mich wirklich schon auf die ersten Speedrennen Ende November in Lake Louise bzw. Anfang Dezember in Aspen.
Skifahren macht wieder richtig Spaß
Die notwendigen Trainingsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Während ich bis Ende September eigentlich nur Therapie und leichtes Krafttraining machen konnte, konnte ich Anfang Oktober endlich mit dem Schneetraining beginnen. Und ich bin – den Umständen entsprechend – relativ zufrieden. Natürlich kann ich mein rechtes Knie noch nicht zu hundert Prozent belasten, aber ich taste mich langsam aber sicher ans Limit heran. Das Wichtigste dabei: Mir macht das Skifahren wieder irrsinnigen Spaß und ich freue mich über jeden Tag, den ich auf der Piste verbringen kann.
Optimales Training auf der Reiteralm
Natürlich kommt mir nun auch der verfrühte Wintereinbruch in Österreich entgegen. Denn so können wir bereits seit Montag, bei wirklich optimalen Bedingungen, auf der Reiteralm trainieren. Nicht nur, dass so die Trainingsanreise für mich um einiges kürzer ist, bei bestens präparierten Kunstschneepisten kann ich mich ideal auf die Weltcuprennen vorbereiten.
Ziel: Abfahrtsweltcup
Da in der kommenden Saison kein Großereignis wie WM oder Olympische Spiele stattfindet, hat der Weltcup natürlich Priorität. Mein großes Ziel ist dabei, der Gewinn des Abfahrtsweltcups. Nachdem ich in der vergangenen Saison mit meiner fünften Abfahrtskugel den Rekord von Franz Klammer eingestellt habe, wäre es ein Traum für mich, wenn ich im kommenden Weltcupwinter den Abfahrtsweltcup zum sechsten Mal gewinnen könnte. Nur, leicht wird das auf keinen Fall. Denn die Konkurrenz ist sicher nicht kleiner, sondern eher größer geworden. Neben Lindsey Vonn (Kildow) rechne ich auch mit Julia Mancuso, Anja Pärson und natürlich mit meinen ÖSV-Teamkolleginnen.
Alles leichter mit Unterstützung
Wie auch immer: Ich bin mir sicher, es wird eine sehr spannende Weltcupsaison und ich hoffe, dass ich – wie bereits in der Vergangenheit - auf Eure Unterstützung bauen kann. Denn wenn ich den Rückhalt von Euch spüre, geht es gleich um einiges leichter.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Winter und ich hoffe wir sehen uns das eine oder andere Mal.