Erster Sieg seit Anfang 2006
Renate Götschl ist am Sonntag in Lake Louise im Ski-Damen-Weltcup auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Die Steirerin holte sich im Super G in den kanadischen Rocky Mountains ihren 39. Weltcup-Sieg, den ersten seit 28. Jänner 2006 (Abfahrt in Cortina). Die 31-jährige "Speed Queen" setzte sich in 1:20,86 Minuten überlegen vor der Amerikanerin Lindsey Kildow (+ 0,87 Sekunden), der Kanadierin Kelly Vanderbeek (0,91) und der Tirolerin Kathrin Wilhelm (0,99) durch.
Führung verteidigt
Die Tirolerin Nicole Hosp verteidigte mit Platz sieben (1,27) ihre Führung im Gesamt-Weltcup. Hosp führt nach sechs Bewerben 16 Zähler vor Kildow. Götschl fuhr im ersten Saison-Super-G mit Startnummer 12 bereits ihren fünften Lake-Louise-Triumph ein, 1998 gewann sie zwei Abfahrten, 2000, 2003 und nun 2006 jeweils den Super G. Der Super G im kanadischen bleibt damit weiterhin fest in der Hand der ÖSV-Damen, 2003 siegte Götschl, 2004 Michaela Dorfmeister und 2005 Alexandra Meissnitzer. Die Übersee-Tournee der Damen 2006 ist damit offiziell beendet. Wo der Weltcup weitergeht, steht ja nach wie vor nicht fest. Falls das nächste Wochenende frei sein sollte, würde die Punktejagd nach derzeitigem Stand erst am 16. und 17. Dezember in Val d'Isere fortgesetzt werden.
Rückblick
Götschl hatte sich nach den Olympischen Spielen 2006 einer Knie-Operation unterziehen müssen. Den Innenbandriss im rechten Knie hatte sie sich im Jänner beim Riesentorlauf-Sturz in Cortina zugezogen, die Schwere der Verletzung aber bis nach dem letzten Olympia-Auftritt in San Sicario verheimlicht. Am Samstag hatte Götschl Platz zwei in der Abfahrt erobert, nun legte sie den 14. Super-G-Sieg ihrer Karriere nach. "Super, einen schöneren Abschluss des Wochenendes kann man sich nicht wünschen. Ich habe nicht viel nachgedacht, bin drauf losgefahren und das Meiste hat funktioniert." Die Fahrt sei "fast perfekt" gewesen. "Ich wollte alles riskieren und habe nicht an den Sieg gedacht."
Überglücklich über ihr bisher bestes Weltcup-Resultat zeigte sich die viertplatzierte Wilhelm, die allerdings das Stockerl nur um 0,08 Sekunden verpasste und danach meinte: "Am Anfang wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Aber ich bin sehr glücklich, denn die vergangenen zwei Jahre habe ich hart gekämpft. Ich danke dem ÖSV, dass sie mich nicht aus dem Kader geworfen haben." Gesamt-Leaderin Hosp bilanzierte: "Ich habe wieder wichtige Punkte gesammelt. Aber es wäre noch mehr drinnen gewesen. Mit dem oberen Teil bin ich zufrieden, unten bin ich bei einem Tor mit der Hand hängen geblieben. Das hat Zeit gekostet."
Kleine Zeitung, 04.12.2006