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Siegerehrung Zauchensee

Siegerehrung Zauchensee

Renate Götschl

Götschl gewinnt Cortina-Abfahrt souverän

Götschl - Presse am 20.01.2007 - 18:00 Uhr

Speed Queen gewann "wilde" Abfahrt vor Mancuso und führt in beiden Speed-Wertungen.

Renate Götschl hat für einen weiteren Superlativ in ihrer großen Karriere gesorgt. Die österreichische Speed Queen gewann am Samstag die Weltcup-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo 0,17 Sekunden vor Julia Mancuso (USA) und 0,60 vor der Überraschungs-Dritten Marie Marchand-Arvier (FRA) und schraubte damit ihren Weltrekord an Siegen an einem Ort auf zehn. "Unfassbar. Das hätte ich nach dieser wilden Fahrt nicht für möglich gehalten", strahlte Götschl über ihren 42. Weltcup-Sieg.

Über dem Limit. Wie schon eine Woche zuvor in Zauchensee musste die Cortina-Königin auch auf der Tofana weit übers Limit gehen, um ihren 22. Abfahrtssieg ihrer Karriere einzufahren und die am Vortag im Super G knapp verpasste "Zehn" sicherzustellen. Denn schlechte Sicht und eine unter dem Föhn leidende Piste machten den Favorits das Leben schwer. Bis auf Götschl und Mancuso bissen sich alle anderen an Supergleiterin Marchand-Arvier, die mit Nummer fünf vor allem im unteren Streckenteil brilliert hatte, die Zähne aus.

"Ein unfassbar wildes Rennen". Ich habe praktisch nichts gesehen und obwohl ich hier jeden Meter kenne, hat es mich öfter total versetzt", konnte Götschl über ihre eigene Fahrt nur staunen. "Deshalb habe ich's am Ende nur noch laufen lassen. Die Ski sind wieder mal nur so gefahren mit mir", streute die Steirerin auch ihrem Ausrüster Atomic Rosen. Acht Jahre nach ihrem ersten Tofana-Sieg hat sie hier nun in 45 Rennen fünf Super G und fünf Abfahrten gewonnen und stand 21-mal - also in fast jedem zweiten Rennen - am Cortina-Podest. Mancuso musste diesmal das Dirndl, dass sie sich nach dem Altenmarkt-Sieg gekauft hatte und künftig bei nach allen Siegen tragen will, am Samstag wieder im Bus lassen. "Ich hatte keinen groben Fehler, Renate war dennoch schneller. Respekt", verbeugte sich auch die 22-jähriger Amerikanerin.

Patzer. Im Match der drei besten Speed-Damen der Gegenwart patzte am Samstag dafür erneut Lindsey C. Kildow. Die US-Amerikanerin hätte mit Nummer 30 noch die Chance gehabt, die vor ihr gefahrene Götschl vom obersten Podest zu holen. Kildow führt auch bei der ersten Zwischenzeit, rutschte dann aber einmal mächtig aus und stürzte wenige Tore später überhaupt. "Ich wollte wieder einmal zuviel. Ich bin echt sauer auf mich", ärgerte sich Kildow. Dank des zweiten Abfahrts-Nullers der unverletzt gebliebenen Kildow in Folge führt Götschl damit nicht nur im Super G- sondern erstmals heuer auch im Abfahrts-Weltcup. Schon kommende Woche kann sie sich in San Sicario für die Olympia-Enttäuschung schadlos halten und den entscheidenden Schritt in Richtung 5. Abfahrts-Kugel (wie Franz Klammer) machen.

Im Ziel wurde Götschl nicht nur von ihrem 80-köpfigen Fanclub bejubelt, sondern auch von den Eltern Frieda und Anton sowie Freund Hannes umarmt und abgebusselt. "Wir haben uns am Vorabend unterhalten und ich habe ihr gesagt, dass ich in meinem Hotel Zimmer zehn habe. Da war doch ein gutes Omen", erzählte Hannes freudestrahlend. Götschls historischer Triumph überdeckte ein wenig, dass aus rot-weiß-roter Sicht hinter ihr nicht viel los war. Andrea Fischbacher (+1,14) war als 10. zweitbeste Österreicherin, Elisabeth Görgl (+1,19) wurde 11., Alexandra Meissnitzer (+1,31) nur 13. "Ich bin erstmals in meinem Leben sprachlos. Ich weiß nicht, was derzeit los ist", kämpfte die Salzburgerin um ihre Fassung.
Kleine, 20.01.2007


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