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Renate Götschl

Renate Götschl

Cortina liegt "Königin" Götschl zu Füssen

Götschl - Presse am 20.01.2007 - 23:37 Uhr

Cortina und Renate Götschl - das muss wahre Liebe sein. Nach ihrem zehnten Sieg plauderte die "Speed-Queen" über die Tofana, ihre Zukunft, ihre Herausforderung - und ihre Liebe.

Renate Götschl lässt selbst einen Ingemar Stenmark schlecht aussehen. Der Schwede hatte achtmal in Madonna gewonnen, die steirische Speed Queen fixierte am Samstag ihren 10. Sieg in Cortina. 45 Rennen seit 1994, je fünf Siege im Super G und in der Abfahrt, insgesamt 21 Podestplätze. Diese Bestmarke wird Götschl so schnell keiner nehmen. "Das bedeutet mir wirklich sehr viel, weil es Bestand hat. Und Stenmark ist eine Legende", strahlte Götschl mit einem Glas Weißwein in der Hand.
Ganz Cortina lag Götschl an diesem 20. Jänner 2007 zu Füßen. "Renate, uns fällt zu dir kein Superlativ mehr ein", sagte Stadionsprecher Gernot Mussner für alle laut hörbar. Und nachdem Götschl bei der internationalen Pressekonferenz zweisprachig in Deutsch und Englisch zum xten Male ihre Begeisterung für Cortina ("Hier passt einfach alles, hier fühle ich mich immer so wohl") zusammengefast hatte, gestand sie in kleinerem Rahmen und etwas nachdenklicher: "Diesen Sieg durfte ich nicht erwarten, deshalb freut es mich umso mehr."

Druck wie vor der WM
Vor allem die starke Konkurrenz durch Lindsey Kildow und Julia Mancuso hätte sie vorsichtig gemacht. "Beide geben immer alles und sie sind in einer bestechenden Form. Das macht es aber auch spannend", gestand die Steirerin vom Obdacher Sattel, zeigte sich diesbezüglich aber sogar fast schon dankbar. "Denn dadurch wird man selbst wieder ans Limit getrieben. Ich bin immer wieder überrascht, was noch alles möglich ist", sagte Götschl, die mit ihren 31 Jahren die routinierteste Abfahrerin des Feldes ist.

Zudem sei das Rennen die beste WM-Generalprobe überhaupt gewesen, gestand Götschl. "Ich hatte viel Druck. So viele haben meinen zehnten Sieg hier erwartet, ich selbst wollte es auch. Also bin ich sehr sehr stolz, dass ich es so hinbekommen habe", sagte sie über ihrem neuerlichen Husarenritt von der Tofana. "Ich kenne hier jeden Meter und wusste trotzdem manchmal nicht, wo ich gerade rumfahre."

Die Rückkehr an die Spitze nach "Seuchensaison"
Götschl hat damit nach der missglückten Vorjahres-Saison mit nur einem Sieg, dem Bänderriss in Cortina und der anschließenden Olympia-Enttäuschung mit anschließendem Saisonende und Knie-Operation das Ruder wieder herumgerissen. Vier Saisonsiege hat Götschl bereits zu Buche stehen, sie führt zudem in beiden Speed-Wertungen.

"Vor zwei Rennen habe ich die Abfahrts-Kugel schon abgeschrieben gehabt, weil Kildow in so bestechender Form ist. Da sieht man wieder, wie schnell es gehen kann", zeigte sich Götschl erfreut. Insgesamt sei es geradezu ein Wahnsinn. "Ich wollte ja nur eine bessere Saison als die vergangene. Nie hätte ich das gedacht. Bei mir ist ja alles neu, von den Ski bis zur Trainingsgruppe."

Ein Jahr hat sie noch
Wie gut, dass sie noch zumindest eine weitere Saison fahren wird. Was auch eine Chance ist für die Jungen. Denn dass hinter ihr die Abfahrts-Lücke immer größer klafft, ist auch Götschl nicht verborgen geblieben. "An mir können sie sich aufbauen", sieht sich Götschl als Zugpferd und brach eine Lanze für ihre Teamkolleginnen. "Gerade in der Abfahrt braucht es Talent, sonst dauert es noch länger, denn man braucht hier besonders viele Kilometer und Erfahrung. Auch eine Carole Montillet hat erst mit 28 gewonnen."

Die Fortsetzung ihrer Karriere verhindert auch tiefer gehende private Pläne von Götschl. Wann sie denn endlich ihren Hannes heiraten werde, wurde sie bei der PK mit Fingerzeig auf ihren langjährigen Freund gefragt. "So lange ich Rennen fahre, sicher nicht", sagte Götschl und fügte scherzend an: "Wenn ich also in fünf Jahren auch noch hier in Cortina antrete, wisst ihr, dass noch nichts passiert ist", sagte sie, stellte den Wein ab und meinte: "Am Abend in der Pizzeria mit meinem Fans gibt es Bier. Das ist gut für die Muskeln."
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