"Speed-Queen" nicht zu stoppen - 1,17 Sekunden Vorsprung
Götschl - Presse am 27.01.2007 - 14:36 Uhr
Renate Götschl fährt eine Woche vor Beginn der alpinen Ski-WM-Bewerbe in Aare weiter in absoluter Topform: Nur 24 Stunden nach ihrem Super-G-Erfolg triumphierte die 31-jährige Steirerin auf der Olympiapiste in San Sicario auch in der Abfahrt.
Der Vorsprung von 1,17 Sekunden auf ihre zweitplatzierte ÖSV-Teamkollegin Elisabeth Görgl war ein eindrucksvoller Beweis für die aktuelle Ausnahmestellung der "Speed-Queen" Götschl. Die Tirolerin Maria Holaus (+1,35) komplettierte den Dreifachsieg der Österreicherinnen.
100. Stockerlplatz in Greifweite
"Es geht derzeit alles so schön. Ich habe die nötige Geduld, um die Schwünge voll durchzuziehen. Das gibt mir Sicherheit und deshalb funktioniert es zurzeit einfach", meinte Götschl unmittelbar nach ihrem 44. Sieg bzw. 99. Stockerlplatz im Weltcup, der ihr auch die Führung in der Gesamtwertung brachte.
Damit geht sie am Sonntag in San Sicario nicht nur auf den "Hattrick", sondern auch auf den "100er" los.
Rekord an Saisonsiegen eingestellt
Außerdem egalisierte Götschl mit ihrem vorläufigen "Double" auf der Olympiapiste, auf der sie vor knapp einem Jahr während der Winterspiele in Turin wegen einer Knieverletzung als Abfahrtsvierte um 7/100 eine Medaille verpasst hatte, auch ihren persönlichen Rekord an Saisonsiegen.
Bereits 1999/2000 und 2003/04 hatte sie jeweils sechs Mal in einem Winter triumphiert, diese Marke soll nun am Sonntag fallen.
Weltcup-Führung von Schild übernommen
Sechs Saisonsiege hat heuer auch schon die Salzburgerin Marlies Schild eingefahren. Die Slalom- und Kombi-Spezialistin wurde zwar in der Abfahrt als viertbeste Österreicherin Zwölfte, verlor aber damit die Gesamtführung um fünf Punkte an Götschl, die nun bei 921 Zählern hält.
Görgl strahlte trotz des verpassten ersten Weltcup-Siegs. Mit Platz zwei und zuletzt deutlich nach oben zeigender Formkurve qualifizierte sich die 25-Jährige quasi im letzten Abdruck fix für das WM-Team.
"Das war eine solide, gute Fahrt. Nachdem die Saison so schlecht für mich begonnen hat, habe ich endlich wieder das gemacht, was ich kann - schnell fahren", betonte Görgl.
Holaus in Debütsaison aufs Stockerl
Die mit Nummer zwei ins Rennen gestartete Holaus hat als Dritte wohl ebenfalls den Sprung nach Aare geschafft. "Ich wäre schon mit einer Platzierung unter den ersten zehn zufrieden gewesen", erklärte die 23-jährige Tirolerin, die damit nach Rang vier in der Zauchensee-Abfahrt gleich in ihrer Weltcup-Debütsaison aufs Stockerl fuhr.
Nicht zufrieden war Alexandra Meissnitzer. Die Salzburgerin schied nach einem Torfehler im Mittelteil aus. Die Tirolerin Christine Sponring landete nach Platz drei am Vortag auf Rang 15, war aber damit die bestplatzierte Läuferin mit einer Nummer jenseits der Top 30.