Die Steirerin gewann mit dem Super-G-Bronze ihre bereits achte WM-Medaille, dabei hatte sie zu Karrierebeginn als Sturzpilotin gegolten
Aare - Zehn Jahre nach ihrer ersten Goldmedaille in der Weltmeisterschafts-Kombination 1997 in Sestriere, als sie eine ÖSV-Pleite verhinderte, hat Renate Götschl am Dienstag WM-Bronze gewonnen. Im Super G von Aare holte die 31-Jährige ihre bereits achte WM-Medaille. Die zweifache Weltmeisterin, die als große Favoritin ins Rennen gegangen war, hat nach dem verunglückten Olympiajahr zu neuer Motivation und neuen Erfolgen zurückgefunden. Ein Karriereende ist noch nicht in Sicht.
"Ich kann mit der Bronzenen wirklich sehr gut leben", meinte Götschl nach dem WM-Auftakt. Die zweifache Sportlerin des Jahres in Österreich, hat in ihrer ebenso langen wie eindrucksvollen Karriere einmal den Gesamtweltcup (2000), viermal den Abfahrts- und zweimal den Super-G-Weltcup gewonnen. Im WM-Winter 2006/2007 hält sie bei sechs Saisonsiegen und führt in der Abfahrts- und der Super-G-Wertung und liegt auch im Rennen um die Große Kristallkugel in Führung.
Mit zehn ersten Plätzen in Cortina ist sie Weltrekordhalterin an Erfolgen an einem Weltcup-Ort, 44 Rennen hat sie insgesamt bisher gewonnen, mit Ausnahme des Riesentorlaufs war sie in allen Disziplinen erfolgreich. Nur bei Olympia war Götschl das Glück nicht so recht hold, zwei Medaillen gab's bisher - Kombinations-Silber und Abfahrts-Bronze aus Salt Lake City 2002.
Knüppeldick traf es sie 2006 in Turin: Nach Platz vier in der Abfahrt wurde sie in ihrem letzten Auftritt bei Olympia 26. im Super G. Seit Cortina d'Ampezzo war sie mit gerissenem Innenband und Knorpelschaden im rechten Knie gefahren. Die zuvor einzige schwerere Knie-Verletzung hatte sich die aus dem obersteirischen Schwarzenbach bei Obdach stammende Renate Götschl am 2. März 2002 in der Lenzerheide-Abfahrt zugezogen, damit war die Chance auf den Gesamtweltcup weg.
An ihrer Berufswahl hegte Götschl nie den geringsten Zweifel: "Skifahren war immer mein Traum, und der ist in Erfüllung gegangen. Ich hatte Glück, so weit gekommen zu sein. Ich würde wieder Skifahrerin werden", meinte die Frau, die am 14. März 1993 als 17-jährige Sensationssiegerin im Hafjell-Weltcupslalom den Ski-Zirkus auf sich aufmerksam gemacht und sich in den folgenden Jahren von der Sturzpilotin zur Siegläuferin raufgearbeitet hatte.
Der Standard