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Götschl auf dem Podest

Götschl - Presse am 16.12.2007 - 14:55 Uhr

Anja Pärson hat ihre "Kampfansage" früher als erwartet wahr gemacht. Die schwedische Weltmeisterin gewann einen Tag nach der Abfahrt in St. Moritz vor der Kanadierin Emily Brydon und Renate Götschl auch den Super-G und übernahm mit diesem Double in der Schweiz auch die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung.

Erst vergangene Woche hatte sich Pärson in Aspen als Langsam-Starterin geoutet und gemeint, ihre Zeit würde noch kommen. Die 26-Jährige Pärson liegt nun aber nach nur zehn Rennen und damit deutlich früher, als sie in ihrer gegenüber der APA in den USA gemachten "Kampfansage" gemeint hatte, in Führung.


St. Moritz wie maßgeschneidert
Der Schwedin kam bei ihrem Weltcup-Zwischenspurt allerdings entgegen, dass die in Val d'Isere geplanten Rennen wegen Schneemangels nach St. Moritz und damit auf einen Hang verlegt worden waren, der maßgeschneidert für sie ist. Zum bereits siebenten Mal gewann sie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.


Die als Weltcup-Leaderin nach Europa zurückgekehrte Marlies Schild kam hingegen auf der Corviglia über die Plätze 42 (Abfahrt) und 20 (Super-G) nicht hinaus und fiel vor den Heimrennen diese Woche in St. Anton hinter Pärson und Titelverteidigerin Nicole Hosp sogar auf den dritten Platz zurück.


Eine Klasse für sich
Auf der WM-Piste von 2003 war Pärson eine Klasse für sich. Wie in der Abfahrt fand die Wahl-Monegassin auf dem sehr kalten Schnee im Engadin die perfekte Mischung aus Gefühl, Linie und Angriff und verhinderte so am Sonntag um 0,04 Sekunden auch den ersten Weltcup-Sieg von Brydon.


Ihr bereits 37. Weltcup-Sieg war auch der vierte im Super-G für Pärson, der nur noch die Kombi fehlt, um in allen Alpindisziplinen gewonnen zu haben.


Götschl zum dritten Mal auf dem Podest
Beste Österreicherin war einmal mehr Götschl. Nach ihrem Out in Lake Louise landete die Speed-Queen mit ihrem dritten Podestplatz der Saison erstmals auch im Super-G in den Top drei und verwies damit Teamkollegin Elisabeth Görgl um den Hauch einer hundertstel Sekunde auf Platz vier. Götschls steirische Landsfrau tröstete sich mit ihrem besten Ergebnis im Super-G.


Weil Hosp ausgezeichnete Sechste wurde, erzielten die ÖSV-Damen mit drei Läuferinnen in den Top Sechs ein deutlich besseres Ergebnis als in der Abfahrt, in der Götschl als Vierte einzige Österreicherin in den Top zwölf gewesen war.


Fischbacher kommt schwer zu Sturz
Ein noch besseres Ergebnis für die ÖSV-Damen vergab Andrea Fischbacher. Die Salzburgerin, die in dieser Saison erst ein Top-Ten-Ergebnis erzielt hat, war bei der zweiten Zwischenzeit 0,06 Sekunden schneller als Pärson. Die 22-Jährige aus Eben kam nach einem Sprung aber dann zu Sturz.


Fischbacher kam mit Nasenbluten sowie leichten Blessuren im Gesicht relativ glimpflich davon, genauere Untersuchungen standen aber noch aus.


"Einige Schnelle ausgefallen"
"Wirklich schade, aber im Super-G sind einige Schnelle von uns ausgefallen", bedauerte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl das Aus von Fischbacher und Maria Holaus. Mit dem Super-G war der Damenchef deutlich zufriedener als mit der Abfahrt.


"Aber auf diesem kalten Schnee sind wir einfach nicht dabei. Da fahren die meisten einfach zu exakt auf der Linie, speziell auf den schnellen Gleitpassagen", war Mandl ebenso bewusst, wie dass Pärson und Brydon in St. Moritz eine klaren "Gewichtsvorteil hätten. "Deshalb darf ich auch nicht schimpfen."


Speed-Dopuble für Pärson "ein Traum"
Siegerin Pärson sprach nach ihrem Speed-Double von einem "Traum". Sie hätte nach dem Abfahrtssieg nie geglaubt, dass ihr ähnliches auch im Super-G gelingen könnte. "Weil es ein wirklich schweres Rennen war. Aber das ist eben einfach mein Hang. Hier bin ich auch trotz Fehlern immer schnell."


Während die Herren bereits "Weihnachtsruhe" haben, stehen für die Damen kommenden Freitag und Samstag in St. Anton noch eine Abfahrt und eine Superkombi auf dem Programm. Die Damen fahren dabei auf der WM-Piste von 2001 der Herren und müssen damit auch den spektakulären Steilhang "Wasserfall" absolvieren.




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