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22. Podestplatz

Götschl - Presse am 21.01.2008 - 21:03 Uhr

Die Speed-Queen blieb 2008 im "Wohnzimmer" sieglos, sieht sich aber auf dem richtigen Weg.

Bei der Fahrt von Lindsey Vonn hat sie sich noch abgewendet. Nachdem das US-Girl im Super-G eine Hundertstel hinter ihr geblieben war, servierte Renate Götschl bei der Pressekonferenz scherzend Prosecco für die Podest-Kolleginnen Maria Riesch und Elisabeth Görgl. Die Erleichterung darüber, dass sie im dritten und letzten Cortina-Rennen 2008 als Dritte doch noch den 22. Podestplatz auf "ihrem" Berg geschafft hatte, war der Speed-Queen am Montag deutlich anzusehen. "Darüber bin ich wirklich froh", gestand sie.

Noch nicht in Form. Als zehnfache Cortina-Rekordsiegerin kehrte Götschl damit keineswegs das erfolgsverwöhnte oder zornige Binkerl heraus. Dass sie im Vorjahr nach dem zehnten Sieg unter der Tofana noch den Cortina-Schnee geküsst hatte, diesmal in ihrem "Wohnzimmer" aber mit den Plätzen fünf, sieben und drei deutlich kleinere Brötchen backen musste, brach keinen Zacken aus ihrer Königinnen-Krone. "Ich weiß, dass alle von mir hier Siege erwarten. Aber ich bin nach meinen zwei Operationen im Sommer einfach noch nicht in der Form des Vorjahres", kehrte Götschl deshalb auch nach ihrem 47. Weltcup-Start in ihrem Lieblingsort, an dem sie als 17-Jährige debütiert hatte, zufrieden den Rücken.

Abschied? Ob Götschl jemals nach Cortina zurückkehrt oder wie im Vorjahr Michaela Dorfmeister und nach dieser Saison die 34-jährige Alexandra Meissnitzer als drittes und letztes "Golden Girl" des ÖSV-Damenteams ebenfalls das Handtuch wirft, wollte und konnte die 32-Jährige aus Obdach nicht beantworten. "Das frag ich mich selbst. Aber mein Inneres gibt mir keine Antwort", zog sie sich aus der Affäre. Die Zeichen der Zeit stehen natürlich riesengroß an der Wand. "Wir werden alle älter, jüngere kommen nach. Der Sport braucht neue Gesichter. Und am besten Gesichter aus der ganzen Welt, das macht es doch interessant", ist der mit 46 Siegen (24 Abfahrt/17 Super-G/4 Kombis/1 Slalom) erfolgreichsten aktiven Weltcup-Läuferin bewusst.

"Rennpferd". Aber das Rennläuferinnen-Leben ist jetzt, und darauf konzentriert sich "Rennpferd" Götschl ausschließlich. "Ich muss gestehen, dass ich noch nicht ganz das Gefühl habe und nicht in jener Form bin, mit der man auch trotz Fehler schnell ist", gestand die Ausnahme-Rennfahrerin, die wegen ihrer Operationen im Sommer nicht ausreichend die regelbedingt neuen (Atomic-)Schi austesten konnte. Sicher mit ein Grund, warum es vielleicht das "Übergerät" wie jenes im Vorjahr, mit dem sie am Saisonende als Schwerverletzte sogar Rennen gewonnen hatte, derzeit (noch) nicht gibt. "Aber der Weg stimmt", gibt sich Götschl zuversichitlich.
Kleine Zeitung


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